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Warum Aktivitätsmetriken Sie in die Irre führen

Basierend auf dem GTM Engine Maturity Report 2026 von Cremanski & Company, einer Umfrage unter 200 Führungskräften aus B2B-SaaS- und Technologieunternehmen.

Die meisten B2B-Unternehmen scheitern nicht an schwachen Teams, schlechten Ideen oder mangelndem Einsatz. Sie kämpfen, weil ihre Go-to-Market-Engine fragmentiert ist – und niemand das eigentliche Problem klar benannt hat.

Marketing fährt Kampagnen. Vertrieb baut die Pipeline aus. Customer Success sichert Verlängerungen. Jede Funktion arbeitet hart. Und dennoch wird Wachstum zunehmend schwieriger, Prognosen werden unzuverlässig und das Vertrauen der Führung schwindet Quartal für Quartal.

Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, liegt das Problem mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an der Umsetzung. Es liegt daran, was Sie messen.

72 %

der Unternehmen glauben, eine klare GTM-Strategie zu haben. Doch nur 38 % aktualisieren diese Strategie regelmäßig, wenn sich Märkte, Produkte oder das Käuferverhalten verändern. Diese Lücke zwischen Selbstvertrauen und Anpassungsfähigkeit ist der Punkt, an dem die meisten GTM-Engines still zu scheitern beginnen.

Quelle: Cremanski & Company GTM Engine Maturity Survey, 200 B2B-SaaS- und Technologieunternehmen, 2026

Was messen Aktivitätsmetriken eigentlich?

Aktivitätsmetriken erfassen das, was am einfachsten zu zählen ist: versendete E-Mails, geführte Anrufe, vereinbarte Meetings, gestartete Kampagnen. Sie sind messbar, berichtsfähig und standardmäßig in jedem CRM-Dashboard enthalten.

Das Problem: Sie messen Bewegung, nicht Fortschritt.

Sie dokumentieren, was Ihr Team getan hat – aber nicht, ob diese Aktivitäten tatsächlich Umsatz beeinflusst haben.

Wenn eine GTM-Engine Aktivitätsmetriken mit Ergebniskennzahlen verwechselt, kann sie über lange Zeit mit hoher Energie arbeiten – und gleichzeitig immer unzuverlässigere Resultate liefern.

Die Pipeline wirkt voll. Das Dashboard ist grün. Doch Abschlüsse bleiben aus, Prognosen überraschen alle, und das Führungsteam versteht nicht, warum.

Warum hohe Aktivität strukturelle Probleme verdecken kann

Ein hohes Aktivitätsniveau erzeugt eine besondere Form organisationaler Blindheit. Es vermittelt Fortschritt – das Gefühl, dass alles funktioniert, weil viel passiert.

In Wirklichkeit kann hohe Aktivität strukturelle Probleme sogar verdecken.

Die häufigsten Fehlermuster aus unseren Daten:

Fehlermuster Erscheinungsbild Warum Aktivitätsmetriken versagen
Überfüllte Pipeline Coverage Ratio liegt bei 3–4× Quote Pipeline-Volumen misst Aktivität, nicht Deal-Qualität oder Kaufabsicht
Inkonsistente Qualifizierung Viele MQLs, aber schlechte SQL-Konversion MQLs werden gezählt, aber nicht nach gemeinsamen Kriterien bewertet
Stockende Deals Späte Pipeline-Phasen wachsen ohne Abschlüsse Fortschritt wird erfasst, selbst wenn er nur interne Updates widerspiegelt
Abweichende Forecasts Prognosen verschieben sich Woche für Woche ohne Erklärung Es fehlen ergebnisbasierte Kriterien, die Pipeline-Phasen an die Realität binden

Die Unterscheidung, die alles verändert

Die wichtigste gedankliche Neuausrichtung im GTM-Management ist einfach:

Aktivitätsmetriken sind Inputs. Geschäftliche Wirkungsmetriken sind Outcomes.

Eine GTM-Engine ist dann gesund, wenn Outcomes gemessen, verstanden und zur Entscheidungsfindung genutzt werden.

Drei praktische Ansatzpunkte:

  1. Audit Ihrer KPIs
    Listen Sie alle Kennzahlen Ihrer GTM-Teams auf. Klassifizieren Sie jede als Input (Teamaktivität) oder Outcome (Marktergebnis).
    Wenn weniger als die Hälfte Outcomes sind, haben Sie eine strukturelle Lücke identifiziert.

  2. Eine gemeinsame Outcome-Metrik einführen
    Für Vertrieb, Marketing und Customer Success.
    Net Revenue Retention ist besonders wirkungsvoll, da alle Funktionen auf dasselbe Ziel ausgerichtet werden: Kunden halten, ausbauen und weiterempfehlen.

  3. Pipeline-Qualität sichtbar machen
    Ergänzen Sie Pipeline-Reviews um:

    • Konversionsraten pro Phase

    • Durchschnittliches Deal-Alter

    • Anteil der Deals mit erfüllten Exit-Kriterien

GTM-Fehlausrichtung ist ein Systemproblem – kein Personalproblem

Wenn Wachstum nachlässt, zeigen Organisationen oft auf einzelne Teams:

  • Vertrieb muss besser werden

  • Marketing muss bessere Leads liefern

  • Customer Success muss Churn reduzieren

Das ist verständlich – aber falsch.

Es verfehlt die eigentliche Ursache und führt dazu, dass jede Funktion ihre eigene Optimierung verstärkt, während die gesamte GTM-Engine weiter unterperformt.

Unsere Daten zeigen: Das Kernproblem ist das Fehlen einer gemeinsamen GTM-Engine, in der alle Funktionen abgestimmt zusammenarbeiten.

Typische Symptome:

  • Keine strukturierte Abstimmung zwischen den GTM-Rollen – jede Abteilung entscheidet isoliert

  • Keine gemeinsamen Kennzahlen – Teams können Erfolg melden, obwohl das Unternehmen Ziele verfehlt

  • Keine klaren Übergabeprozesse zwischen Marketing, Vertrieb und Customer Success – Wert geht verloren

  • Unklare oder fragmentierte Reporting-Strukturen – gemeinsame Steuerung wird nahezu unmöglich

64 %

der Befragten geben an, dass Feedback aus Customer Success keinen direkten Einfluss auf Wachstumsentscheidungen hat. Das Team mit dem engsten Kundenkontakt ist in fast zwei Dritteln der B2B-Unternehmen kaum Teil der Umsatzdiskussion.

Quelle: Cremanski & Company GTM Engine Maturity Survey, 200 B2B-SaaS- und Technologieunternehmen, 2026

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Michael Jäger
Managing Partner