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Warum deine Umsatzprognose immer falsch ist (und was sie wirklich zuverlässig macht)

Umsatzprognosen (EN. Revenue Forecasts) sollten das Fundament für planbares Wachstum sein. In der Realität sind sie für viele B2B- und SaaS-Teams ein wiederkehrender Frustfaktor: Der „Pipeline-Stand passt“, das Board-Deck sieht zuversichtlich aus … und trotzdem verfehlt ihr das Ziel.

Und wenn eine Prognose falsch ist, ist das nie nur ein Sales-Problem. Es führt zu Fehlbesetzungen, eingefrorenen Budgets, verpassten Marktfenstern und einem Verlust an Führungsglaubwürdigkeit. Die harte Wahrheit: Die meisten Forecasts liegen nicht nur „ein bisschen daneben“. Sie sind strukturell unzuverlässig.

Hier ist warum – und wie du Forecasting wieder zu etwas machst, auf das du dein Unternehmen steuern kannst.

Der wahre Grund, warum Forecasting scheitert: Du versuchst Outputs zu prognostizieren – mit kaputten Inputs

Die meisten Unternehmen versuchen, Umsatz (den Output) zu forecasten, ohne die Faktoren zu kontrollieren, die Umsatz erzeugen (die Inputs): eine saubere Pipeline, konsistente Stage-Definitionen, Conversion-Benchmarks, die Realität des Sales Cycles und das Verhalten der Reps.

So wirken die Zahlen präzise – sind aber auf Sand gebaut.

Wenn dein Forecast immer falsch ist, liegt es meist nicht an deinem Spreadsheet, deinem CRM oder deinem Forecasting-Tool.

Es liegt an deinem Operating System.

Die 5 häufigsten Ursachen für fehlerhafte Forecasts

1) Eure Funnel-Definitionen sind nicht standardisiert

Wenn Marketing, Sales und Leadership jeweils ihre eigene Interpretation von „SQL“, „Opp“ oder „Commit“ haben, wird euer CRM zu einer Sammlung von Meinungen – nicht zu einem belastbaren System of Record.

Ergebnis: inkonsistentes Reporting, kaputte Dashboards und Forecasts, die je nach Presenter anders aussehen.

2) Eure Pipeline ist voller „Ghost Deals“

Festgefahrene Opportunities, veraltete Close Dates, fehlende Next Steps, kein Mutual Action Plan, keine Exit-Kriterien – und trotzdem bleiben sie in der Pipeline und blähen die Coverage stillschweigend auf.

Ergebnis: Du glaubst, du hast 3,5× Coverage – aber die gesunde Coverage liegt eher bei 1,2×.

3) Stages spiegeln interne Prozesse wider – nicht das Käuferverhalten

Stages wie „Proposal sent“ sind wertlos, wenn sie keine echten Buyer Commitments abbilden. Wenn Stage-Moves keinen Nachweis erfordern, können Reps Deals „nach vorn schieben“, damit sie ins Quartal passen.

Ergebnis: zu optimistische Wahrscheinlichkeiten und Überraschungen am Monatsende.

4) Leadership plant top-down – die Realität funktioniert bottom-up

In vielen Organisationen werden Targets vom Board getrieben statt aus Kapazität, Conversion-Mathematik und Sales-Cycle-Constraints abgeleitet.

Ergebnis: Quoteninflation, Überbesetzung und schleichender Motivationsverlust – gefolgt von „Warum hitten wir den Plan nicht?“

5) Forecasting wird als Sales-Meeting behandelt – nicht als Company Operating Rhythm

Forecasting kann nicht nur in Sales stattfinden. Es braucht gemeinsame Definitionen, gemeinsame Governance und funktionsübergreifende Accountability (Sales, Marketing, CS, RevOps, Finance).

Ergebnis: Finance erwartet Sicherheit, Sales liefert Hoffnung, RevOps versucht beides zu versöhnen.

Was Forecasting wirklich verbessert: Sales Excellence + GTM Controlling

Forecast Accuracy entsteht nicht durch „besseres Forecasting“.

Sie wird verdient durch Sales Excellence: eine ausgerichtete GTM-Operating-Logik, in der Strukturen und Verhaltensweisen saubere, vertrauenswürdige Daten produzieren.

Darum ist der größte Hebel nicht ein neues Tool, sondern ein System:

  • Disziplinierte Prozesse (klare Stage-Definitionen + Exit-Kriterien)
  • Behavioral Alignment (Rules of Engagement, die wirklich gelebt werden)
  • Datenintegrität (CRM-Hygiene, die durch Design erzwungen wird)
  • Operating Cadence (wöchentliche Inspection → Commitment → Accountability)
  • Feedback Loops (Deviation Detection + Eskalation + Enablement)

Hier kommt GTM Controlling ins Spiel: nicht, um „Performance zu polizieren“, sondern um Abweichungen vom System früh zu erkennen, sichtbar zu machen und Korrekturen durchzusetzen – bevor sie am Quartalsende explodieren.

Der Rebuild: So wird dein Forecast wieder zuverlässig

1) Trenne Pipeline Management von Forecasting

Pipeline Management bedeutet: Deals voranbringen. Forecasting bedeutet: Outcomes vorhersagen.

Wenn du beides vermischst, „managen“ Reps die Pipeline, um den Forecast zu erfüllen – und der Forecast wird zur Fiktion.

Fix:

  • Pipeline Hygiene als eigene Disziplin etablieren (Stage Ageing, Next Steps, Close Dates, MAPs).
  • Nur das forecasten, was eure Hygiene-Regeln überlebt.

2) Definiere Stages anhand von Buyer Evidence (nicht internen Meilensteinen)

Belohne nicht „Movement“, sondern nachweisbaren Buyer Progress.

Beispiele evidenzbasierter Stages:

  • „Decision-maker engaged“ (nicht nur „meeting held“)
  • „Mutual Action Plan agreed“ (nicht „next steps discussed“)
  • „Commercial terms confirmed“ (nicht „proposal sent“)

Regel: Stage Progression muss Evidence verlangen – und konsistent dokumentiert werden.

3) Forecast nur gesunde Pipeline

Coverage zählt nur, wenn sie real ist.

Definiere Health Rules basierend auf:

  • Expiry Day: der Punkt, an dem die Win Probability unter eine sinnvolle Schwelle fällt (z. B. <1%)
  • Time-in-Stage SLA: z. B. max. 1 Monat pro Stage in einer 6-Stage-Journey
  • Activity Cadence: z. B. direkter Kundenkontakt mindestens alle 14 Tage

Nicht verhandelbare Disziplin (Beispiel-Policy):

  • Kein Touch in 14 Tagen → „at risk“
  • Keine Aktivität in 30 Tagen → „high risk“ + Eskalation
  • Drift > 6 Wochen → auto-close (später re-engagen, aber nicht den Forecast vergiften)

4) Verankere den Forecast in Conversion- und Cycle-Time-Realität

Der schnellste Weg, dich nicht mehr selbst anzulügen: Kenn drei Zahlen.

  • Minimaler Sales Cycle (SQL → Won)
  • Durchschnittlicher Sales Cycle (nach Segment + Motion)
  • Expiry Day (wann Deals zu Zombies werden)

Wenn dein minimaler Cycle 120 Tage ist, rettet nichts, was du heute tust, dieses Quartal. Du musst auf einem Drei-Quartals-Horizont steuern: generate → progress → close.

Forecast-Credibility beginnt, wenn Leadership aufhört, Quartalswunder aus einem viermonatigen Minimum Cycle zu erwarten.

5) Installiere eine wöchentliche Operating Cadence, die Accountability erzeugt

Forecast Accuracy entsteht aus Rhythmus – nicht aus Monatsend-Heroics.

Eine High-Performing Cadence sieht so aus:

  • Weekly kick-off (Prioritäten)
  • Pipeline review (Macro Health)
  • Deal review (Micro Execution für strategische Deals
  • Forecast alignment (Konsolidierung durch Leadership)
  • Forecast commit (locked, accountable)
  • Variance review (Forecast vs. Actuals, wöchentlich)

Wenn diese Cadence existiert, ist Forecasting kein „Finance-Ritual“ mehr – sondern euer Operating Rhythm.

Häufige Fehler, die du vermeiden solltest (selbst nachdem du es „gefixt“ hast)

  • Modelle überkomplizieren: Wenn dein System nicht wöchentlich gepflegt werden kann, driftet es.
  • Forecast Bias ignorieren: Tracke, wo Teams systematisch über-/unter-forecasten, um Coaching- und Prozesslücken zu erkennen.
  • Volumen statt Qualität jagen: Mehr Pipeline ist keine Sicherheit; gesunde Pipeline ist es.
  • Enablement überspringen: Regeln ohne Coaching führen zu Checkbox-Verhalten.

Ein einfacher 7-Tage-Reset-Plan

Wenn du schnell Momentum willst:

  • Minimal Dataset ziehen (ACV, CVR je Stage, Cycle Time, Time-in-Stage, Ageing Curve)
  • Expiry Day + Stage-Ageing-Thresholds berechnen
  • Pipeline Health Scrub durchführen (Zombies entfernen)
  • MAP-Pflicht für alle forecastbaren Deals einführen
  • Activity- + Time-in-Stage-Regeln umsetzen (Alerts + Eskalation)
  • Forecast neu baselinen: nur Healthy Coverage zählt
  • Drei-Quartals-Realität an Leadership/Board kommunizieren (Confidence kommt aus Wahrheit)

Repariere das System, und die Prognose repariert sich von selbst.

Dein Forecast ist nicht falsch, weil dein Team schlecht forecastet.

Er ist falsch, weil Forecasting die Wahrheit sichtbar macht: Dein GTM-System ist nicht streng genug kontrolliert, um verlässliche Signale zu liefern.

Fixiere das Fundament – Definitionen, Hygiene, Cadence, Governance – und Forecast Accuracy wird zum Nebenprodukt operativer Exzellenz.

Wenn du Unterstützung beim Rebuild brauchst: Cremanski & Company unterstützt B2B-Tech- und Software-Teams mit Revenue Architecture – CRM-Optimierung, GTM Operating Models, RevOps Execution sowie Sales-Excellence- und GTM-Controlling-Systemen, die Wachstum planbar machen.

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Michael Jäger
Managing Partner