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Umsatzprognosen (EN. Revenue Forecasts) sollten das Fundament für planbares Wachstum sein. In der Realität sind sie für viele B2B- und SaaS-Teams ein wiederkehrender Frustfaktor: Der „Pipeline-Stand passt“, das Board-Deck sieht zuversichtlich aus … und trotzdem verfehlt ihr das Ziel.
Und wenn eine Prognose falsch ist, ist das nie nur ein Sales-Problem. Es führt zu Fehlbesetzungen, eingefrorenen Budgets, verpassten Marktfenstern und einem Verlust an Führungsglaubwürdigkeit. Die harte Wahrheit: Die meisten Forecasts liegen nicht nur „ein bisschen daneben“. Sie sind strukturell unzuverlässig.
Hier ist warum – und wie du Forecasting wieder zu etwas machst, auf das du dein Unternehmen steuern kannst.
Die meisten Unternehmen versuchen, Umsatz (den Output) zu forecasten, ohne die Faktoren zu kontrollieren, die Umsatz erzeugen (die Inputs): eine saubere Pipeline, konsistente Stage-Definitionen, Conversion-Benchmarks, die Realität des Sales Cycles und das Verhalten der Reps.
So wirken die Zahlen präzise – sind aber auf Sand gebaut.
Wenn dein Forecast immer falsch ist, liegt es meist nicht an deinem Spreadsheet, deinem CRM oder deinem Forecasting-Tool.
Es liegt an deinem Operating System.
Wenn Marketing, Sales und Leadership jeweils ihre eigene Interpretation von „SQL“, „Opp“ oder „Commit“ haben, wird euer CRM zu einer Sammlung von Meinungen – nicht zu einem belastbaren System of Record.
Ergebnis: inkonsistentes Reporting, kaputte Dashboards und Forecasts, die je nach Presenter anders aussehen.
Festgefahrene Opportunities, veraltete Close Dates, fehlende Next Steps, kein Mutual Action Plan, keine Exit-Kriterien – und trotzdem bleiben sie in der Pipeline und blähen die Coverage stillschweigend auf.
Ergebnis: Du glaubst, du hast 3,5× Coverage – aber die gesunde Coverage liegt eher bei 1,2×.
Stages wie „Proposal sent“ sind wertlos, wenn sie keine echten Buyer Commitments abbilden. Wenn Stage-Moves keinen Nachweis erfordern, können Reps Deals „nach vorn schieben“, damit sie ins Quartal passen.
Ergebnis: zu optimistische Wahrscheinlichkeiten und Überraschungen am Monatsende.
In vielen Organisationen werden Targets vom Board getrieben statt aus Kapazität, Conversion-Mathematik und Sales-Cycle-Constraints abgeleitet.
Ergebnis: Quoteninflation, Überbesetzung und schleichender Motivationsverlust – gefolgt von „Warum hitten wir den Plan nicht?“
Forecasting kann nicht nur in Sales stattfinden. Es braucht gemeinsame Definitionen, gemeinsame Governance und funktionsübergreifende Accountability (Sales, Marketing, CS, RevOps, Finance).
Ergebnis: Finance erwartet Sicherheit, Sales liefert Hoffnung, RevOps versucht beides zu versöhnen.
Forecast Accuracy entsteht nicht durch „besseres Forecasting“.
Sie wird verdient durch Sales Excellence: eine ausgerichtete GTM-Operating-Logik, in der Strukturen und Verhaltensweisen saubere, vertrauenswürdige Daten produzieren.
Darum ist der größte Hebel nicht ein neues Tool, sondern ein System:
Hier kommt GTM Controlling ins Spiel: nicht, um „Performance zu polizieren“, sondern um Abweichungen vom System früh zu erkennen, sichtbar zu machen und Korrekturen durchzusetzen – bevor sie am Quartalsende explodieren.
Pipeline Management bedeutet: Deals voranbringen. Forecasting bedeutet: Outcomes vorhersagen.
Wenn du beides vermischst, „managen“ Reps die Pipeline, um den Forecast zu erfüllen – und der Forecast wird zur Fiktion.
Fix:
Belohne nicht „Movement“, sondern nachweisbaren Buyer Progress.
Beispiele evidenzbasierter Stages:
Regel: Stage Progression muss Evidence verlangen – und konsistent dokumentiert werden.
Coverage zählt nur, wenn sie real ist.
Definiere Health Rules basierend auf:
Nicht verhandelbare Disziplin (Beispiel-Policy):
Der schnellste Weg, dich nicht mehr selbst anzulügen: Kenn drei Zahlen.
Wenn dein minimaler Cycle 120 Tage ist, rettet nichts, was du heute tust, dieses Quartal. Du musst auf einem Drei-Quartals-Horizont steuern: generate → progress → close.
Forecast-Credibility beginnt, wenn Leadership aufhört, Quartalswunder aus einem viermonatigen Minimum Cycle zu erwarten.
Forecast Accuracy entsteht aus Rhythmus – nicht aus Monatsend-Heroics.
Eine High-Performing Cadence sieht so aus:
Wenn diese Cadence existiert, ist Forecasting kein „Finance-Ritual“ mehr – sondern euer Operating Rhythm.
Wenn du schnell Momentum willst:
Dein Forecast ist nicht falsch, weil dein Team schlecht forecastet.
Er ist falsch, weil Forecasting die Wahrheit sichtbar macht: Dein GTM-System ist nicht streng genug kontrolliert, um verlässliche Signale zu liefern.
Fixiere das Fundament – Definitionen, Hygiene, Cadence, Governance – und Forecast Accuracy wird zum Nebenprodukt operativer Exzellenz.
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